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Neue Präsidentin des Stiftungsrats der Aebli-Näf Stiftung

Am 1. Mai 2017 übergab Verena Aebli-Näf, Präsidentin des Stiftungsrats der Aebli-Näf Stiftung, ihr Amt offiziell an ihre Tochter Gabriele Aebli.
Wie in den Statuten bestimmt, wählten die Vertreter der Stiftungsfamilie im Januar 2017 die diplomierte Chemikerin ETH zur neuen Präsidentin der Aebli-Näf-Stiftung.  
„Ich freue mich sehr, in unserer Stiftung vermehrt Verant-wortung zu übernehmen und die konstruktive Zusammenarbeit weiter zu führen“, sagte Gabriele Aebli im Hinblick auf die Amtsübernahme. Die Voraussetzungen mitzugestalten, dass der Zweckartikel der Stiftung in einem sich wandelnden pädagogischen Umfeld immer wieder neu sinnvoll umgesetzt werden kann, sei ihr sehr wichtig. So wird die tragende Basis für das Wirken der Stiftung wie bis anhin zweifach sein. Sie besteht einerseits in der von gegenseitiger Anerkennung und gegenseitigem Vertrauen geprägten Zusammenarbeit zwischen Stiftungs- und Fachrat. Andererseits fundiert sie in der Kompetenz und Sorgfalt, mit welcher der Fachrat die Gesuche prüft und die Fördergelder vergibt.
Verena Aebli war seit der Gründung im Jahr 1994 Präsidentin des Stiftungsrats. Sie setzte das gemeinsame Projekt der Ehepartner nach dem Tod von Hans Aebli zusammen mit den anderen Gründungsmitgliedern umsichtig und erfolgreich um. So war sie in den vergangenen 23 Jahren das Herz der Stiftung und schuf mit ihrer Präsenz und ihrem Engagement den Raum, in dem die Stiftung ihr Wirken entfaltete. Die scheidende Präsidentin sagt rückblickend: „Es waren wichtige und gute Jahre. Ich bin dankbar für das vielseitige Aufgabengebiet, das die Stiftung mir bot, das mich forderte, mir aber auch viel Freude bereitete. Dem heutigen Fachrat, den ehemaligen Fachräten, dem heutigen Stiftungsrat und den ehemaligen Stiftungsräten bleibe ich in Dankbarkeit verbunden.“

Short-Visit-Stipendiatin Nadine Itel an der Leibniz Universität Hannover

Im Rahmen ihres Dissertationsprojektes zum Thema „Alltagsintegrierte Sprachförderung – Zusammenhang von Wissen und Handeln frühpädagogischer Fachkräfte“ verbrachte Frau Nadine Itel mit Unterstützung der Aebli-Näf Stiftung drei Wochen an der Leibniz Universität Hannover am Institut für Sonderpädagogik unter der Leitung von Prof. Dr. Katja Mackowiak.

Frau Itel ist Diplom Logopädin und Primarlehrerin und hat an der Hochschule St. Gallen den Studiengang Early Childhood Studies abgeschlossen. Zur Zeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen.
Ihr Dissertationsprojekt ist im IBH-Projekt „Sprachförderung im Alltag von Kindergarten, Kita und Spielgruppe (Sprima)“ integriert, welches in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Weingarten (D) und der Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach (SHLR) an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen durchgeführt wurde. Unter Zuhilfenahme von Interviews und Videoaufzeichnungen wird das Wissen und pädagogische Handeln von Fachpersonen aus dem vorschulpädagogischen Bereich im Bezug auf Strategien der Sprachförderung untersucht.

Über ihren Short-Visit an der Leibniz Universität berichtet Frau Itel: „Im Rahmen dieses dreiwöchigen Aufenthalts fand ein reger Austausch mit meiner Erstbetreuerin Frau Mackowiak wie auch mit verschiedenen Mitarbeitern des Instituts statt, die in ähnlichen Themengebieten forschen. Zudem konnte ich mich vor Ort aktiv in verschiedenen Kolloquien, Fachreferaten sowie eine Weiterbildung für Masterstudierende einbringen. Im Fokus des Aufenthalts in Hannover standen jedoch die für meine Dissertation ausgewerteten Interview- und Videodaten: die Daten wurden zum einen bezüglich des gewählten Analysevorgehens, ihrer Vollständigkeit und Genauigkeit überprüft; zum anderen wurden geeignete Verfahren für die statistischen Berechnungen ausgewählt, die zur selben Zeit bereits unter Anleitung erprobt werden konnten.

Eine gewinnbringende Erfahrung war der intensive Austausch mit meiner in Hannover tätigen Erstbetreuerin und ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern. Da viele Mitarbeiter einen ähnlichen Forschungsschwerpunkt haben wie ich in meiner Dissertation, konnte ich von einem riesigen Wissensfundus für meine Arbeit profitieren. Dieser bestand darin, zentrale und aktuelle Literatur auszutauschen wie auch in den Diskurs zu treten bezüglich der Auswertungsverfahren im Bereich der qualitativen Forschung sowie der Interpretation der Ergebnisse meiner Arbeit. Die Klärung solcher Fragen im Zusammenhang mit den Auswertungsverfahren und den Ergebnissen haben mir geholfen, den Ergebnisteil für meine Dissertation zielgerichteter zu verfassen. Durch die finanzielle Unterstützung der ANS konnte ich mein Pensum an der PHSG reduzieren, so dass es mir möglich war, mich während des Semesters drei Wochen vom regulären Semesterbetrieb zu beurlauben. Zudem stand mir auch nach Rückkehr aus dem Forschungsaufenthalt die Zeit weiterhin zur Verfügung, um mich dem Schreiben der Dissertation vertiefter widmen zu können.“ 

An der nächsten EARLI-Konferenz (European Association for Research on Learning and Instruction) im August 2017 wird Frau Itel in einem Symposium zum Thema „Frühe Sprachförderung“ referieren. Auch im Rahmen des BISS-Projektes (Bildung durch Sprache und Schrift) an der Universität Hannover ergaben sich neue Wissenschaftsimpulse und -kontakte, die sie im Anschluss an ihre Dissertation für weitere Forschungsprojekte im Bereich der alltagsintegrierten Sprachförderung nutzen will. Im Rahmen von Seminaren, Kursen und Mentoraten an der PHSG werden ihre Kenntnisse in die Berufspraxis angehender Lehrpersonen einfließen.

Josiane Tardent Kusters Short-Visit an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg

Josiane Tardent, lic.phil. II, Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Zürich, absolvierte im Herbst 2016 ein vierwöchiges Short-Visit der Aebli-Näf Stiftung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Als Promotions-studentin der Universität Heidelberg analysiert sie im Rahmen des Projektes KUBeX (Kollegiales Unterrichtscoaching und Entwicklung experimenteller Kompetenz - Interventionsstudie in der schulpraktischen Ausbildung von Lehrpersonen für Biologie) Unterrichtsplanungen zum Experimentieren am Thema "Visuelle Wahrnehmung". Betreut wird ihr Dissertationsvor-haben in Heidelberg durch Prof. Dr. M. Wilhelm und Prof. Dr. M. Rehm.
Frau Tardent schreibt: "Durch den Forschungsaufenthalt in Heidelberg hatte ich die Möglichkeit, mich vertieft und intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, ob und in welcher Qualität angehende Lehrpersonen oder Lehramtsstudierende Unterricht zum Experimentieren im Fach Biologie im Sinne der Erkenntnisgewinnung planen können und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen ziehen lassen. Ich konnte in dieser Zeit bereits vorliegende empirische Ergebnisse und ihre theoretischen Grundlagen eingehend mit Fachexpertinnen und Fachexperten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg diskutieren und die Erkenntnisse daraus für die Weiterarbeit an der Dissertation nützen. Darüber hinaus konnte ich Ideen für Projekte gewinnen, die ich nach Abschluss meiner Dissertation verfolgen möchte. Ausserdem lernte ich neue interessante Fachpersonen aus der Fachdidaktik und anderen Disziplinen kennen und konnte mich mit ihnen vernetzen. Erfolgsmomente meines Aufenthaltes in Heidelberg waren zweifellos die vielen, sehr hilfreichen Diskussionen mit den Fachpersonen vor Ort. Die Erkenntnisse daraus flossen direkt in meine Arbeit ein und waren für meine Weiterarbeit enorm motivierend. Auf der Grundlage einer erweiterten und vertieften Auseinandersetzung mit der Literatur konnte ich die Theoriekapitel überarbeiten und ergänzen. Ebenso konnte ich die Forschungsfragen präzisieren und entsprechende Anpassungen bei der Datenauswertung vornehmen. Als Herausforderung empfand ich den Faktor Zeit, war die Weiterbearbeitung in der dargestellten Weise doch sehr viel zeitintensiver als geplant."

Frau Tardent Kuster dankt der Stiftung für die gewährte finanzielle Unterstützung, durch die sie ihr Dissertations-vorhaben entscheidend voranbringen konnte. Den fachlichen und fachmethodischen Austausch mit den betreuenden Professoren und anderen Fachpersonen sowie den Promovenden vor Ort hebt sie als inspirierend und unterstützend hervor.

Kurzer Jahresrückblick 2016

Im Bereich der personenbezogenen Förderung wurden 2016 vier Gesuche bewilligt: Nadine Itel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen wird mit Unterstützung der ANS weiter an ihrer Dissertation arbeiten und dafür auch einen dreiwöchigen Studienaufenthalt am Institut Sonderpädagogik der Leibnitz Universität in Hannover nutzen. Josiane Tardent, Dozentin an der PH Zürich verbrachte im Rahmen ihres Dissertationsprojektes ein „Short Visit“ an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Dr. Doreen Holtsch, Oberassistentin an der Universität Zürich verfolgte mit Unterstützung der ANS ihr Forschungsprojekt (Habilitation) weiter. Auch das Dissertationsprojekt von Anja Morawietz, Dozentin für Fachdidaktik des Bildnerischen Gestaltens an der Pädagogischen Hochschule Zürich wurde 2016 durch die ANS unterstützt.

Besonders freut sich die Stiftung bekannt zu machen, dass sieben, der in den letzten Jahren unterstützten Personen im 2016 ihre Projekte erfolgreich abschliessen konnten: Doris Edelmann konnte ihre Habilitationsschrift beenden und besitzt nun die venia legendi in Erziehungswissenschaft an der Universität Fribourg. Irene Schumacher, Lionel Alvarez, Gerit Schütz und Benita Affolter haben 2016 ihre Dissertationen abgeschlossen, Saskia Waibel und Andrea Wullschleger haben ihre Doktorarbeiten verteidigt. Alle Personen sind weiterhin in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung tätig und können so ihre erworbene Qualifikation gewinnbringend in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen bzw. in die Forschung und Lehre einbringen. 

Die Stiftung unterstützte wie in jedem Jahr ausgewählte Veranstaltungen im Bereich der Lehrerbildung. 2016 waren dies die Tagung „Übergänge gestalten – Transitionen in der frühen Kindheit“ am 28. Januar, im Juni die Internationale Konferenz der EARLI SIG 11 „Teaching and Teacher Education 2016“an der Universität Zürich und die Jahrestagung der „Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik (GDCP)“ vom 4.-8. September 2016 an der PH Zürich. 

Der Stiftungsrat dankt allen Fachratsmitgliedern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit!

Jahreskongresses der „Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF)“ 2017

Die Aebli-Näf Stiftung leistet einen Beitrag zum Jahreskongress der „Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF)“ an der Universität Fribourg, der in diesem Jahr vom 26.-28. Juni 2017 unter der Leitung von Prof. Dr. Christine Pauli und Prof. Dr. Jean-Luc Gurnter und in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (SGL) stattfinden wird. Die Aebli-Näf Stiftung schätzt das diesjährige Thema Lernzeiten – Zeit für Bildung und Erziehung für Dozierende der Lehrerinnen- und Lehrerbildung als hoch relevant ein: Wie können Lehr‐ und Lernprozesse zeitlich strukturiert werden, um optimale Lernaktivitäten im Hinblick auf nachhaltige Ergebnisse zu ermöglichen? Wie können Lehrerinnen und Lehrer den unterschiedlichen Voraussetzungen und dem unterschiedlichen Bedarf an Lernzeit der Lernenden Rechnung tragen? Dies sind nur einige von vielen Fragen, zu deren Diskussion das Kongressthema einladen möchte.
Weitere Informationen unter http://events.unifr.ch/ssre2017/de/

EARLI SIG 11 in Zürich - Teaching and Teacher Education 2016

Vom  20.-22. Juni 2016 fand mit Unterstützung der ANS die "Teaching and Teacher Education 2016" an der Universität Zürich statt. In dieser internationalen Konferenz im Rahmen der EARLI SIG 11 (European Association for Research on Learning and Instruction), die 2400 Mitglieder aus 61 Ländern zählt, wurden Forschungsarbeiten zu den Inhalten und zur Gestaltung der Ausbildung von Lehrpersonen aller Stufen präsentiert und diskutiert. Damit verbunden waren der Diskurs, der Wissenstransfer und die Vernetzung zwischen Forschenden und Dozierenden. Aufgaben im Schulfeld wurden unter Berücksichtigung einer zunehmend wichtigen Ausdifferenzierung von Anforderungen und Funktionen produktiv bearbeitet. Der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienten in besonderem Maße die im Rahmen der EARLI ausgerichteten JURE-Tagungen (Junior Researchers).

Die nächste EARLI wird vom 29.08. bis 02.09.2017 in Tampere, Finnland, stattfinden. (www.earli.org)

Jahresrückblick 2015

Die Aebli-Naef Stiftung vergab 2015 im Programm "Short Visit" zwei 6-monatige Stipendien für Auslandsaufenthalte an Kompetenzzentren im Ausland: Dr. Christof Weber, Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz, wird in diesem Jahr am Kaput Center for Research and Innovation in STEM Education an der University of Massachusetts  Dartmouth forschen. Alvarez Lionel, Master en Enseignement Spécialisé, Assistant-Diplômé, Université de Fribourg, plant an der Universität von Wisconsin in diesem Jahr seine Dissertation abzuschließen. Weitere personenbezogene Unterstützung  ging 2015 an Frau Carola Mantel, lic.phil., Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der PH Zug, für ihre Forschungsarbeit "Images of Intercultural Education" zu Spezifika von Migrationshintergründen bei Lehrpersonen.

Dank der zu vergebenen Fördergelder und der fachlichen Beratung der ANS, konnten 2015 zahlreiche Forschungsarbeiten und Dissertationen im Bereich der Lehrerinnen- und Lehrerbildung fertiggestellt und publiziert werden. Eine Auswahl finden Sie unter "Dissertationen". Die Ausrichtung und Zielsetzung der Stiftung ist in der Schweiz einmalig und genießt hohes Renommée.

2015 fanden außerdem vier von der Stiftung geförderte Veranstaltungen statt, darunter die COHEP-Tagung „Professionalisierung in den Fachdidaktiken“ an der PH Bern (22. Januar 2015),  die 49. Jahrestagung GDM 2015 (9.-13. Februar 2015) an der Universität Basel, der Kongress «Lernen in der Praxis» an der Fachhochschule Nordwestschweiz (4.-6. Mai 2015) und der SGBF-Jahres-Kongress „Qualitäts- und Bildungsdiskurs“ an der PH St. Gallen (29.6. -1.7. 2015).

Seit Januar 2015 führte Prof. Elisabeth Hardegger Rathgeb als Nachfolgerin von Prof. Dr. Peter Bonati das Fachratspräsidium. Als Nachfolger für das zurückgetretene Fachratsmitglied, Prof. Matthis Behrens, konnte der renommierte Sprachdidaktiker Prof. Dr. Bernard Schneuwly gewonnen werden, der an der Université de Genève in der Lehrer/innenbildung tätig ist.

Ausblick 2016: Infolge der stark wachsenden Anzahl von Gesuchen im Bereich Tagungen und Kongresse hat die ANS die Kriterien für die Unterstützung von Veranstaltungen für 2016 überarbeitet und präzisiert. Sie sind unter "Veranstaltungen" einzusehen.

Die Stiftung dankt allen Mitgliedern, Mitarbeitenden und Stipendiaten für ein erfolgreiches und produktives Jahr 2015.

Short Visit von Christof Weber am Kaput Center der University of Massachusetts Dartmouth / USA

Christof Weber war im Frühlingssemester 2016 Stipendiat der Aebli-Näf-Stiftung. Im Rahmen seines „short visit“ forschte er während eines Semesters am „Kaput Center for Research and Innovation in STEM Education“ der University of Massachusetts Dartmouth (USA). In seinem Rechenschaftsbericht fasst er zusammen:

„Mein Forschungsaufenthalt in den USA ermöglichte mir, mich auf meine mathematikdidaktischen Forschungsprojekte zu konzentrieren und sie mit Fachkolleg/innen zu diskutieren. Auf diese Weise lernte ich nicht nur neue Mathematikdidaktiker/innen, sondern auch neue Forschungsansätze kennen. Sie werden für ein bereits angelaufenes, gemeinsames Forschungsprojekt zur Vermittlung schwieriger schulmathematischer Begriffe (Logarithmus) genutzt. Gegen Ende meines Aufenthalts wurde ich zum Research Scientist des Kaput Centers ernannt, was dem gemeinsamen wissenschaftlichen Interesse auch eine äußere Form verleiht.

Darüber hinaus bot mir der Forschungsaufenthalt die Gelegenheit, die US-amerikanische Mathematiklehrerbildung in Vorlesungen und Seminaren kennenzulernen, sei es an einer staatlichen Universität (UMass Dartmouth), sei es an einer privaten Hochschule (Harvard University Extension School, Cambridge). Nicht zuletzt konnte ich mehrfach auch den Mathematikunterricht in verschiedenen Schulen besuchen (an einer High School in Providence und an einer Elementary School in Braintree, im Raum Boston). Die vielen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen deutschsprachigen und US-amerikanischen (mathematik-)didaktischen Ansätzen und Traditionen gaben immer wieder zu intensiven Diskussionen mit Lehrerbildnern und Lehramtstudierenden Anlass. Sie werden meiner Arbeit in vielfältiger Form zugute kommen. 

Kurz: Dank der finanziellen Unterstützung der Aebli-Näf-Stiftung konnte ich mich materiell unbeschwert auf meine wissenschaftliche Arbeit konzentrieren und so mein professionelles Profil als Mathematikdidaktiker und Lehrerbildner weiterentwickeln – vielen herzlichen Dank!“

Christof Weber ist seit 2009 Dozent für Mathematikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW.

Short-Visit-Stipendiat Lionel Alvarez an der University Wisconsin-Madison

Herr Lionel Alvarez war 2015 Forschungsstipendiat der Aebli-Näf-Stiftung. Im Rahmen der "Short Visit" verbrachte er zwei Semester an der University Wisconsin-Madison. Dort arbeitete er mit Professor Thomas R. Kratochwill im Projekt LIST ("Learning to improve school team") zusammen. 
Herr Alvarez berichtet: "Ein Schulteam besteht normalerweise aus einem Heilpädagogiklehrer, einem Schulpsychologen, einem Logopäden, einem Sozialarbeiter und dem Schulleiter. Ziel des Projektes ist es 1. zu beschreiben, wie Schulteams Probleme lösen können 2. was sie effektiv macht und 3. wie man diese Teams während des Prozesses unterstützen und individuelle "educational plans" für die Schüler entwickeln kann. Ich hatte die Chance, das Forschungsdesign zu diskutieren, zahlreiche Schulen zu besichtigen, unzähligen Schulteamsitzungen beizuwohnen und dabei Daten zu erheben und zu vergleichen. Während meines Forschungsaufenthaltes konnte ich eine neue Schulkultur kennen lernen. Diese Erfahrung hat mir neue Ideen für zukünftige Forschungsthemen und Anwendungsgebiete gebracht, die ich, zurück in der Schweiz, angehen will. Das Schulteam ist ein sehr interessantes Hilfsmittel, um Schülern mit Problemen zu helfen. Es wäre eine Herausforderung, ein Schulteam nach amerikanischem Vorbild an die Schweizer Schulkultur anzupassen und zu implementieren. Davon abgesehen, dass sich mir ohne Stipendium nicht die Möglichkeit eröffnet hätte, in den USA ein Visum zu beantragen und zu studieren, hat mich die finanzielle Unterstützung der ANS in die Lage versetzt, mich auf mein Forschungsprojekt zu konzentrieren und meine Dissertation zu beenden, die ich im Dezember 2016 verteidigen werde. In meiner Dissertation untersuche ich die Möglichkeiten, Lehrern "school consultations" für verhaltensauffällige Schüler anzubieten. Die Daten, die ich erhoben habe, zeigen, dass die Beratung durch die schulischen Heilpädagogen das Durchhaltevermögen dieser Schüler signifikant verbessern."

Herr Alvarez ist zur Zeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Departement für Sonderpädagogik, Heilpädagogisches Institut, an der Universität Freiburg/Schweiz.

Hans Aebli Vorlesung 2014

Am Mittwoch, den 25. Juni 2014, fand im Rahmen des SGBF-SGL-Jahreskongresses in Luzern, in Erinnerung an den Gründer der Stiftung die 7. Hans Aebli Vorlesung statt.

Prof. Dr. Kornelia Möller, Professorin für Didaktik des Sachunterrichts an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, referierte zum Thema "Lernen unterstützen und angehende Lehrpersonen darauf vorbereiten". Die Begrüßungsworte sprach Prof. Dr. Kathrin Krammer, Leiterin Studiengang Kindergarten/Unterstufe der Pädagogischen Hochschule Luzern und Mitglied des Fachrats der Aebli Näf Stiftung. Sie hieß alle Anwesenden Willkommen und stellte die Referentin vor, welche mit ihrer Forschungstätigkeit maßgebliche Beiträge für die Grundschule und die Lehrerbildung erarbeitet hat.

Frau Möller untersucht konstruktivistisch orientierte Lehr-/Lernumgebungen und stellt die Frage, wie die Lehrperson durch lernunterstützende Maßnahmen die aktiven Konstruktionsprozesse im naturwissenschaftlichen Grundschulunterricht der Lernenden fördern kann. Als wesentliche Komponenten der Lernunterstützung (Scaffolding) unterscheidet sie die kognitive Aktivierung und die inhaltliche Strukturierung.

Frau Möller stellte drei Studien aus ihrer Arbeitsgruppe zu Scaffolding im Bereich des naturwissenschaftlichen Grundschulunterrichts vor und hielt zusammenfassend fest, dass die Sequenzierung der Inhalte und strukturierte Gesprächsführung nachhaltigen Conceptual Change bei Drittklässlern im Themengebiet Schwimmen und Sinken fördern, dass das Ausmaß an lernunterstützenden Maßnahmen in einem konstruktivistisch orientierten Unterricht zu Verdunstung/Kondensation sich bei Viertklässlern positiv auf konzeptuelle Lernfortschritte auswirkt, und drittens, dass sich Schlussfolgerungsprozesse durch Scaffolding-Maßnahmen bei Drittklässlern fördern lassen. Angehende Lehrpersonen könnten im Studium, so Frau Möller, auf ein angemessenes Unterstützungsverhalten vorbereitet werden, indem sie das Wissen über lernunterstützende Maßnahmen, deren theoretische Kontexte und entsprechende Befunde erwerben, lernunterstützende Maßnahmen in Unterrichtsszenen erkennen und interpretieren lernen und diese in Microteaching-Situationen und im Unterricht einsetzen. Mit Hilfe von Videoaufzeichnungen (die Universität Münster hat unter www.uni-muenster.de/koviu ein Videoportal für die Lehrerbildung eingerichtet) sollte fremder, und vor allem der eigene Unterricht, analysiert und reflektiert werden, um auf dieser Basis Ziele für die Entwicklung der Lernunterstützung zu formulieren.

Zum Abschluss betonte Frau Möller, dass Hans Aebli entscheidende Impulse zur Aufgabe der Lehrperson in einem kognitiv-konstruktivistischen Unterricht gesetzt und damit auch ihre Arbeit geprägt hatte.
Durch die angeregte Publikumsdiskussion führte Prof. Dr. Kurt Reusser, Professor für Pädagogische Psychologie und Didaktik der Universität Zürich und ebenfalls Mitglied des Fachrats der Aebli Näf Stiftung. Ein Apéro bot im Anschluss die Gelegenheit, den wissenschaftlichen Austausch in ungezwungener Atmosphäre fortzusetzen.

Wechsel im Präsidium des Fachrats der Aebli-Näf Stiftung

Frau Prof. Elisabeth Hardegger wird neue Präsidentin des Fachrats der Aebli-Näf Stiftung. Sie übernimmt als neu ge-wähltes Mitglied des Fachrats per 1. Januar 2015 das Amt von Herrn Prof. Dr. Peter Bonati, der wegen Erreichens der statutarisch festgelegten Alterslimite zurücktritt.

Elisabeth Hardegger ist Fachpsychologin und Co-Abteilungs-leiterin Eingangsstufe an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in der Lehrer-bildung. Seit 2007 präsidiert sie die Schweizerische Gesell-schaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Der Stiftungsrat dankt Frau Hardegger herzlich für die Übernahme des Präsi-diums. Er freut sich sehr, gemeinsam mit dem neu konsti-tuierten Fachrat die Aus- und Weiterbildung von Lehrerbild-nerinnen und Lehrerbildnern in der Schweiz weiterhin aktiv zu fördern.

In den vergangenen acht Jahren leitete Peter Bonati den Fachrat der Stiftung mit grosser Kompetenz und Umsicht. Unter seiner Ãgide erweiterte der Fachrat seine Unterstütz-ungstätigkeit mit attraktiven neuen Angeboten wie den Short Visits an international anerkannten Kompetenzzentren. Gemeinsam mit dem Fachrat hat sein Engagement sowie die einfühlsame und kompetente Begleitung der Stipendiaten und Stipendiatinnen der Stiftung zu grosser Anerkennung ver-holfen.

Der Stiftungsrat dankt Peter Bonati sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit und die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.


Short Visit

Die Aebli-Näf Stiftung fördert bereits seit einigen Jahren Kurzaufenthalte zu Studien- oder Forschungszwecken an Kompetenzzentren im Ausland bzw. Genf. Diese Art der Förderung wurde aktualisiert und heisst jetzt "Short Visit".

Neu in die Liste der beschriebenen Kompetenzzentren wurde das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) Frankfurt (siehe Foto) und die Technische Universität (TUM) München aufgenommen. Überdies ist es nun möglich, ein selbst vorgeschlagenes Kompetenzzentrum zu besuchen, das vom Fachrat im Zuge des Gesuchsverfahrens zu genehmigen ist.

Mehr über "Short Visit", die Liste der vorgeschlagenen Kompetenzzentren und Kriterien für eine Bewerbung erfahren Sie hier.