Zitate: Anlage und Umwelt

«Die sogenannte natürliche Entwicklung ist kein Reifungsprodukt. Sie ist ein Produkt des Alltagslernens, und sie ist daher in hohem Masse vom Lernangebot abhängig, das das Kind in der es umgebenden Kultur, in ihrem ‚kulturellen Grundbestand' vorfindet. Das heisst nicht, dass man einem Kind in jedem Alter alles beibringen könnte und dass sein Reifestand im Verlaufe dieser Entwicklung keine Rolle spiele. Es heisst aber, dass sich jede Entwicklung von höheren geistigen Leistungen durch Lernen realisieren müsse und dass das Kind dazu die notwendigen Gelegenheiten in seiner kulturellen und menschlischen Umwelt vorfinden müsse» (1986b, 179).
«Die Anlagen eröffenen Möglichkeiten, Umwelt und Erziehung müssen sie ausschöpfen» (1986b, 180).

«Man erkennt, dass diese Auffassung von Erziehung die Kultur und die Gesellschaft, in der das Kind aufwächst und geschult wird, und die Sprache, in der es ihre gemeinsamen Erkenntnisse formuliert, sehr ernst nimmt. Es gibt für das Kind keine Möglichkeit, erwachsen und reif zuwerden, ohne die erziehliche Hilfe von Menschen, die ihm die Handlungs- und Denkformen, die Gestimmtheiten und die Ausrichtungen in einer erwachsenen und reifen Form vorlegen und die ihm helfen, die entsprechenden Ordnungen in seinem eigenen Denken, Handeln und Erleben aufzubauen. Wachsenlassen ist keine Alternative» (1983a, 392).

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