News from the foundation

Jahresrückblick 2017

Auch im 23. Jahr ihres Bestehens konnte die Aebli-Näf Stiftung im Sinne der Lehrerbildung erfolgreich wirken und zum wissenschaftlichen Diskurs beitragen.

Erfolgreich nutzte auch Stipendiatin Nadine Itel ihr "Short Visit" am Institut für Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover für den Ergebnisteil ihrer Dissertation und referierte anschließend an der EARLI-Konferenz im August zum Thema "Frühe Sprachförderung". Carola Mantel, Gertrude Schütz und Andrea Wullschleger konnten von der ANS gefördert ihre Dissertationsschriften fertigstellen und publizieren. Von neun im Jahr 2017 eingereichten Gesuchten konnten sechs bewilligt werden.

Der Fachrat gewichtete - ganz im Sinne des Stiftungszweckes - die personenbezogene Unterstützung prioritär. Wie im Vorjahr wurden aber auch 2017 Veranstaltungen im Bereich der Lehrerbildung gefördert, nämlich die 3. Tagung Fachdidaktiken an der Pädagogischen Hochschule Brugg im Januar und der Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) und der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (SGL) im Juni an der Universität Fribourg.
Stiftungsintern fand ein Wechsel in den Ruhestand statt: Frau Verena Aebli trat im Mai als Stiftungsratspräsidentin zurück und übergab das Amt offiziell an ihre Tochter Gabriele Aebli.

Die Stiftung dankt allen Mitgliedern, Unterstützern und Stipendiaten und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit!

Dr. Gerit Schütz widmete sich, von der ANS gefördert, der Verbesserung der Auftretenssicherheit junger Lehrpersonen

Die Aebli-Näf Stiftung gratuliert Frau Dr. Gerit Schütz zur Fertigstellung ihrer Dissertation in 2017, die untersucht, wie sich die Zusammenarbeits- und Beratungskompetenz der Lehrkräfte im Elterngespräch durch spezielle Kommunikations-trainings verbessern lässt. Diese Interventionsstudie, von der ANS und der Stiftung Suzanne und Hans Biäsch paritätisch gefördert, wurde von Frau Schütz im August 2017 in einem Abschlussbericht vorgestellt.

Frau Schütz gliederte die Intervention in: 1. kognitiv ausgerichte-tes Training der verbalen Beratungskompetenz und 2. körper-lich ausgerichtetes Training der nonverbalen Führungskompe-tenz. Sie arbeitete mit Fragebogenuntersuchungen, die quantitativ (mit einer Varianzanalyse - ANOVA) und qualitativ (mit einer Inhaltsanalyse) ausgewertet wurden, und legte im Rahmen einer Prozessbeobachtung ein Forschungstagebuch an. 90 Lehrpersonen, alle mit nicht mehr als fünf Jahren Berufserfahrung, wurden in drei Gruppen untersucht - 30 erhielten ein verbales Komm-Training mit Schauspielern (12 Stunden), 30 ein nonverbales Führungstraining mit Pferden und weitere 30 bildeten die Kontrollgruppe.
Nach Auswertung der Trainings stellte Frau Schütz fest, dass sich die Auftretenssicherheit der jungen Lehrpersonen signifikant erhöht hatte. Das Kommunikationstraining mit den Schauspielerinnen und Schauspielern zeigte sich etwas wirkungsvoller als das Führungstraining mit Pferden. Die Lehrpersonen gaben außerdem an, in Zukunft stärker mit den Eltern zusammenzuarbeiten zu wollen. Sie legten mehr Wert auf das Vertrauen der Eltern und schrieben in ihren Aussagen wertschätzender und empathischer über die Eltern.

In einem Ausblick ihrer weiteren Forschungstätigkeit berichtet Frau Schütz, dass das Beratungstraining seit einem Jahr probeweise mit zwei Schauspielern in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung an verschiedenen Standorten der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW eingesetzt wird. Die Forschungsergebnisse von Frau Schütz können so zur qualitativen Weiterentwicklung von Lehrangeboten zum Thema Elterngespräche genutzt werden.

Schütz, Gertrude
Stärkung der Auftretenssicherheit junger Lehrpersonen gegenüber den ElternInterventionsstudie mit zwei Kommunikationstrainings zur Förderung der Zusammenarbeits- und Beratungskompetenz
Dissertation zur Erlangung der Würde einer Doktorin der Philosophie vorgelegt der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel am 15.12.2015

Short-Visit-Stipendiatin Nadine Itel an der Leibniz Universität Hannover

Im Rahmen ihres Dissertationsprojektes zum Thema „Alltagsintegrierte Sprachförderung – Zusammenhang von Wissen und Handeln frühpädagogischer Fachkräfte“ verbrachte Frau Nadine Itel mit Unterstützung der Aebli-Näf Stiftung drei Wochen an der Leibniz Universität Hannover am Institut für Sonderpädagogik unter der Leitung von Prof. Dr. Katja Mackowiak.

Frau Itel ist Diplom Logopädin und Primarlehrerin und hat an der Hochschule St. Gallen den Studiengang Early Childhood Studies abgeschlossen. Zur Zeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen.
Ihr Dissertationsprojekt ist im IBH-Projekt „Sprachförderung im Alltag von Kindergarten, Kita und Spielgruppe (Sprima)“ integriert, welches in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Weingarten (D) und der Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach (SHLR) an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen durchgeführt wurde. Unter Zuhilfenahme von Interviews und Videoaufzeichnungen wird das Wissen und pädagogische Handeln von Fachpersonen aus dem vorschulpädagogischen Bereich im Bezug auf Strategien der Sprachförderung untersucht.

Über ihren Short-Visit an der Leibniz Universität berichtet Frau Itel: „Im Rahmen dieses dreiwöchigen Aufenthalts fand ein reger Austausch mit meiner Erstbetreuerin Frau Mackowiak wie auch mit verschiedenen Mitarbeitern des Instituts statt, die in ähnlichen Themengebieten forschen. Zudem konnte ich mich vor Ort aktiv in verschiedenen Kolloquien, Fachreferaten sowie eine Weiterbildung für Masterstudierende einbringen. Im Fokus des Aufenthalts in Hannover standen jedoch die für meine Dissertation ausgewerteten Interview- und Videodaten: die Daten wurden zum einen bezüglich des gewählten Analysevorgehens, ihrer Vollständigkeit und Genauigkeit überprüft; zum anderen wurden geeignete Verfahren für die statistischen Berechnungen ausgewählt, die zur selben Zeit bereits unter Anleitung erprobt werden konnten.

Eine gewinnbringende Erfahrung war der intensive Austausch mit meiner in Hannover tätigen Erstbetreuerin und ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern. Da viele Mitarbeiter einen ähnlichen Forschungsschwerpunkt haben wie ich in meiner Dissertation, konnte ich von einem riesigen Wissensfundus für meine Arbeit profitieren. Dieser bestand darin, zentrale und aktuelle Literatur auszutauschen wie auch in den Diskurs zu treten bezüglich der Auswertungsverfahren im Bereich der qualitativen Forschung sowie der Interpretation der Ergebnisse meiner Arbeit. Die Klärung solcher Fragen im Zusammenhang mit den Auswertungsverfahren und den Ergebnissen haben mir geholfen, den Ergebnisteil für meine Dissertation zielgerichteter zu verfassen. Durch die finanzielle Unterstützung der ANS konnte ich mein Pensum an der PHSG reduzieren, so dass es mir möglich war, mich während des Semesters drei Wochen vom regulären Semesterbetrieb zu beurlauben. Zudem stand mir auch nach Rückkehr aus dem Forschungsaufenthalt die Zeit weiterhin zur Verfügung, um mich dem Schreiben der Dissertation vertiefter widmen zu können.“ 

An der nächsten EARLI-Konferenz (European Association for Research on Learning and Instruction) im August 2017 wird Frau Itel in einem Symposium zum Thema „Frühe Sprachförderung“ referieren. Auch im Rahmen des BISS-Projektes (Bildung durch Sprache und Schrift) an der Universität Hannover ergaben sich neue Wissenschaftsimpulse und -kontakte, die sie im Anschluss an ihre Dissertation für weitere Forschungsprojekte im Bereich der alltagsintegrierten Sprachförderung nutzen will. Im Rahmen von Seminaren, Kursen und Mentoraten an der PHSG werden ihre Kenntnisse in die Berufspraxis angehender Lehrpersonen einfließen.

Jahreskongresses der „Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF)“ 2017

Die Aebli-Näf Stiftung leistet einen Beitrag zum Jahreskongress der „Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF)“ an der Universität Fribourg, der in diesem Jahr vom 26.-28. Juni 2017 unter der Leitung von Prof. Dr. Christine Pauli und Prof. Dr. Jean-Luc Gurnter und in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (SGL) stattfinden wird. Die Aebli-Näf Stiftung schätzt das diesjährige Thema Lernzeiten – Zeit für Bildung und Erziehung für Dozierende der Lehrerinnen- und Lehrerbildung als hoch relevant ein: Wie können Lehr‐ und Lernprozesse zeitlich strukturiert werden, um optimale Lernaktivitäten im Hinblick auf nachhaltige Ergebnisse zu ermöglichen? Wie können Lehrerinnen und Lehrer den unterschiedlichen Voraussetzungen und dem unterschiedlichen Bedarf an Lernzeit der Lernenden Rechnung tragen? Dies sind nur einige von vielen Fragen, zu deren Diskussion das Kongressthema einladen möchte.
Weitere Informationen unter http://events.unifr.ch/ssre2017/de/

Neue Präsidentin des Stiftungsrats der Aebli-Näf Stiftung

Am 1. Mai 2017 übergab Verena Aebli-Näf, Präsidentin des Stiftungsrats der Aebli-Näf Stiftung, ihr Amt offiziell an ihre Tochter Gabriele Aebli. Wie in den Statuten bestimmt, wählten die Vertreter der Stiftungsfamilie im Januar 2017 die diplomierte Chemikerin ETH zur neuen Präsidentin der Aebli-Näf-Stiftung.
 
„Ich freue mich sehr, in unserer Stiftung vermehrt Verantwortung zu übernehmen und die konstruktive Zusammenarbeit weiter zu führen“, sagte Gabriele Aebli im Hinblick auf die Amtsübernahme. Die Voraussetzungen mitzugestalten, dass der Zweckartikel der Stiftung in einem sich wandelnden pädagogischen Umfeld immer wieder neu sinnvoll umgesetzt werden kann, sei ihr sehr wichtig. So wird die tragende Basis für das Wirken der Stiftung wie bis anhin zweifach sein. Sie besteht einerseits in der von gegenseitiger Anerkennung und gegenseitigem Vertrauen geprägten Zusammenarbeit zwischen Stiftungs- und Fachrat. Andererseits fundiert sie in der Kompetenz und Sorgfalt, mit welcher der Fachrat die Gesuche prüft und die Fördergelder vergibt.

Verena Aebli war seit der Gründung im Jahr 1994 Präsidentin des Stiftungsrats. Sie setzte das gemeinsame Projekt der Ehepartner nach dem Tod von Hans Aebli zusammen mit den anderen Gründungsmitgliedern umsichtig und erfolgreich um. So war sie in den vergangenen 23 Jahren das Herz der Stiftung und schuf mit ihrer Präsenz und ihrem Engagement den Raum, in dem die Stiftung ihr Wirken entfaltete. Die scheidende Präsidentin sagt rückblickend: „Es waren wichtige und gute Jahre. Ich bin dankbar für das vielseitige Aufgabengebiet, das die Stiftung mir bot, das mich forderte, mir aber auch viel Freude bereitete. Dem heutigen Fachrat, den ehemaligen Fachräten, dem heutigen Stiftungsrat und den ehemaligen Stiftungsräten bleibe ich in Dankbarkeit verbunden.“